24.000 Euro Schmer­zens­geld für Depres­si­on nach Belei­di­gung: LAG Nie­der­sach­sen, 6 Sa 2132/03

24.000 Euro Schmer­zens­geld für Depres­si­on nach Belei­di­gung: Arbeit­ge­ber­haf­tung für Beschimp­fun­gen und Her­ab­set­zun­gen. Kei­ne Haf­tungs­ent­las­tung wegen anfäl­li­ger Per­sön­lich­keits­struk­tur des belei­dig­ten Arbeit­neh­mers.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen, Urteil vom 12.10.2006 – 6 SA 2132/03

Mel­dung

Wie Mel­dun­gen im Inter­net zu ent­neh­men ist, soll das Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen, mit Urteil vom 12.10.2005, 6 Sa 2132/03, einen Arbeit­ge­ber zu in Höhe von 24.000,00 Schmer­zens­geld wegen Mob­bing ver­ur­teilt haben.

Der Arbeit­ge­ber hat­te sei­nen Kfz-Meis­ter in Anwe­sen­heit von Kun­den schwer belei­digt. Der Kfz-Meis­ter erkrank­te dar­auf­hin an einer Depres­si­on. Wegen die­ser Erkran­kung war er zwei Jah­re arbeits­un­fä­hig. Ein vom Gericht beauf­trag­ter Gut­ach­ter stell­te fest, die den her­ab­wür­di­gen­den Beschimp­fun­gen sei­en ursäch­lich für die Depres­sio­nen gewe­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen ver­ur­teil­te den Arbeit­ge­ber wegen der durch die Belei­di­gun­gen her­vor­ge­ru­fe­nen Ver­let­zung der Gesund­heit des Arbeit­neh­mers zur Zah­lung von Schmer­zens­geld. Es wies das Vor­brin­gen des Arbeit­ge­bers zurück, die Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen den Par­tei­en sei als recht­lich fol­gen­lo­se Baga­tel­le anzu­se­hen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt mein­te, der Arbeit­ge­ber kön­nen sich auch nicht dar­auf beru­fen, nicht dass die von Ehr­geiz mit erheb­li­chen nar­ziss­ti­schen Antei­len gepräg­te Per­sön­lich­keits­struk­tur des Arbeit­neh­mers auf die Beschimp­fun­gen und Her­ab­set­zun­gen beson­ders anfäl­lig gewe­sen sei und der Arbeit­neh­mer des­halb eher mit einer see­li­schen Stö­rung mit Krank­heits­wert auf die Belei­di­gun­gen reagiert haben könn­te als ande­re Men­schen.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen, Urteil vom 12.10.2005, 6 Sa 2132/03.

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