Mob­bing am Arbeits­platz & Wei­sungs­recht des Arbeitgebers

Bei Mob­bing ist oft ent­schei­dend, wie der Arbeit­ge­ber sein Wei­sungs­recht aus­übt. Bei Mob­bing am Arbeits­platz lässt das Leis­tungs­ver­mö­gen der vom Mob­bing Betrof­fe­nen oft nach. Die Fol­ge sind nicht sel­ten Unsi­cher­heit und feh­ler­haf­te Arbeits­leis­tung des betrof­fe­nen Arbeit­neh­mers am Arbeits­platz, die vom Arbeit­ge­ber bean­stan­det werden.

Arbeits­platz und Per­sön­lich­keits­recht des Arbeitnehmers

Nach dem Grund­satz von Treu und Glau­ben hat der Arbeit­ge­ber das all­ge­mei­ne Per­sön­lich­keits­recht in Bezug auf Anse­hen, sozia­le Gel­tung und beruf­li­ches Fort­kom­men zu beach­ten (BAG Urteil vom 27.11.1985 – 5 AZR 101/​84 – AP BGB § 611 Für­sor­ge­pflicht Nr. 93, BAG AP Nr. 5 zu § 611 BGB Persönlichkeitsrecht).

Gestal­tung des Arbeits­um­felds und der Arbeitsaufgaben

Der Arbeit­ge­ber muss des­halb bei der Gestal­tung des Arbeits­um­felds und bei der Gestal­tung der Art des Umgangs mit dem Arbeit­neh­mer auf das Wohl und die berech­tig­ten Inter­es­sen sei­nes Arbeit­neh­mers Bedacht neh­men (vgl. BAG AP BGB § 611 Für­sor­ge­pflicht Nr. 83). Der Arbeit­ge­ber darf dem Arbeit­neh­mer ins­be­son­de­re kei­ne Arbeit in miss­bräuch­li­cher Wei­se zuwei­sen und so sein Wei­sungs­recht miss­brau­chen (Schaub Arbeits­rechts-Hand­buch § 108 V 2. Rn 57 m.w.N.).

Der Arbeits­platz darf auch nicht so gestal­tet sein, dass er die Ent­ste­hung einer Krank­heit begüns­tigt (vgl. Schaub Arbeits­rechts-Hand­buch § 108 V 2. Rn 40 m.w.N.). Der Arbeit­ge­ber hat Sor­ge zu tra­gen, dass eine gesund­heits­schäd­li­che Über­an­stren­gung des Arbeit­neh­mers ver­hin­dert wird (Schaub Arbeits­rechts-Hand­buch § 108 V 2. Rn 40 m.w.N.). Er hat erst recht alle Maß­nah­men zu unter­las­sen, die zur Erkran­kung des Arbeit­neh­mers füh­ren kön­nen (§ 618 BGB) oder sich gar als Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen darstellen.

Ver­hin­dern von Schi­ka­nen und Diskriminierung

Dem Arbeit­ge­ber obliegt des­halb auch die die Neben­pflicht, den Arbeit­neh­mer vor Dis­kri­mi­nie­run­gen zu schüt­zen. Er darf ins­be­son­de­re kei­ne Ehr­ver­let­zun­gen zulas­sen (Schaub Arbeits­rechts-Hand­buch § 108 V 2. Rn 57 m.w.N.).

Geht Mob­bing vom Vor­ge­set­zen oder dem Arbeit­ge­ber aus, kommt es gele­gent­lich zu einem unan­ge­mes­se­nen Umgang mit ver­trau­li­chen Per­so­nal­in­for­ma­tio­nen um den Arbeit­neh­mer zusätz­lich unter Druck zu setzen.

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