Scha­dens­er­satz wegen rechts­wid­ri­ger Kün­di­gung – Bun­des­ar­beits­ge­richt, 8 AZR 486/02

Scha­dens­er­satz wegen rechts­wid­ri­ger Kün­di­gung: Min­de­run­gen des Arbeits­lo­sen­gel­des nach fris­t­wid­ri­ger Kün­di­gung. BAG Urteil vom 17.7.2003, 8 AZR 486/02

Leit­sät­ze (von Rechts­an­walt Busch­mann)

  1. Spricht der Arbeit­ge­ber eine unbe­rech­tig­te Kün­di­gung aus, ist dies eine Ver­trags­ver­let­zung (vgl. BAG 24. Okto­ber 1974 – 3 AZR 488/73 – AP BGB § 276 Ver­trags­ver­let­zung Nr. 2 = EzA BGB § 276 Nr. 32; vgl. auch 23. August 1990 – 2 AZR 156/90 – DB 1991, 445).
  2. Der Arbeit­ge­ber haf­tet wegen einer unbe­rech­tig­ten Kün­di­gung auf Scha­dens­er­satz, wenn er die Unwirk­sam­keit der Kün­di­gung bei Anwen­dung der erfor­der­li­chen Sorg­falt hät­te erken­nen kön­nen und des­halb fahr­läs­sig han­del­te (Senat 20. Juni 2002 – 8 AZR 488/01 – EzA BGB § 611 Arbeit­ge­ber­haf­tung Nr. 11).
  3. Ist die Rechts­la­ge nicht ein­deu­tig und beruht der Aus­spruch der Kün­di­gung auf einem ver­tret­ba­ren Rechts­stand­punkt, han­delt der kün­di­gen­de Arbeit­ge­ber solan­ge nicht fahr­läs­sig, wie er auf die Wirk­sam­keit sei­ner Kün­di­gung ver­trau­en durf­te (BAG 13. Juli 2002 – 2 AZR 391/01 – AP BGB § 615 Nr. 97 = EzA KSchG § 15 nF Nr. 55; Senat 22. März 2001 – 8 AZR 536/00 – EzBAT § 8 BAT Scha­dens­er­satz­pflicht des Arbeit­ge­bers Nr. 31). Ent­schei­dend ist, ob der Arbeit­ge­ber unter Berück­sich­ti­gung der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung mit ver­tret­ba­ren Grün­den zu der Annah­me gelan­gen durf­te, die Kün­di­gung wer­de sich als rechts­be­stän­dig erwei­sen (BAG 13. Juni 2002 – 2 AZR 391/01 – AP BGB § 615 Nr. 97 = EzA KSchG § 15 n.F. Nr. 55, auch zur Ver­öf­fent­li­chung in der amt­li­chen Samm­lung vor­ge­se­hen; Senat 22. März 2001 – 8 AZR 536/00 – EzBAT § 8 BAT Scha­dens­er­satz­pflicht des Arbeit­ge­bers Nr. 31).
  4. Spricht der Arbeit­ge­ber eine unbe­rech­tig­te Kün­di­gung aus und führt dies zum Weg­fall des Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­ses und zur Arbeits­lo­sig­keit, kann der Arbeit­ge­ber dem Arbeit­neh­mer zum Ersatz des sozi­al­recht­li­chen Scha­den ver­pflich­tet sein, der unmit­tel­bar durch die unbe­rech­tig­te Kün­di­gung ver­ur­sacht ist.

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