Schmer­zens­geld wegen Mob­bing (15.000 Euro) – LAG Rhein­land-Pfalz, 6 Sa 415/01

Schmer­zens­geld wegen Mob­bing (15.000 Euro): Zur Fra­ge, ob und unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen der Arbeit­neh­mer einen Scha­dens­er­satz- und Schmer­zens­geld­an­spruch wegen Mob­bing gel­tend machen kann.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 16.08.2001 – 6 Sa 415/01, Vor­in­stanz: Arbeits­ge­richt Lud­wigs­ha­fen, Urteil vom 06.11.2000; Akten­zei­chen 1 Ca 2136/00 LU

Leit­sät­ze (von Rechts­an­walt Busch­mann):

  1. Die Beru­fungs­kam­mer legt ihrer Ent­schei­dung den Begriff des Mob­bings zugrun­de, den das Lan­des­ar­beits­ge­richt Thü­rin­gen in sei­nem Urteil vom 15.02.2001 (AZ: 5 Sa 102/00) ent­wi­ckelt hat.
  2. Danach ist Mob­bing im Gegen­satz zu Ein­zel­ak­tio­nen dann anzu­neh­men, wenn es sich um fort­ge­setz­te, auf­ein­an­der auf­bau­en­de und inein­an­der über­grei­fen­de, der Anfein­dung, Schi­ka­ne oder Dis­kri­mi­nie­rung die­nen­de Ver­hal­tens­wei­sen han­delt, die nach ihrer Art und ihrem Ablauf im Regel­fall, zu einer über­ge­ord­ne­ten, von der Rechts­ord­nung nicht gedeck­ten Ziel­set­zung för­der­lich sind und jeden­falls in ihrer Gesamt­heit das all­ge­mei­ne Per­sön­lich­keits­recht, die Ehre oder die Gesund­heit des Betrof­fe­nen ver­let­zen. Danach muss immer, jeden­falls für die juris­ti­sche Sicht­wei­se ein soge­nann­ter Fort­set­zungs­zu­sam­men­hang zwi­schen den ein­zel­nen Hand­lun­gen im gera­de beschrie­be­nen Sin­ne bestehen, wobei es dann kei­ner Min­dest­lauf­zeit der Hand­lun­gen oder einer Hand­lungs­fre­quenz bedarf, wenn die Wir­kun­gen der Ein­zel­hand­lun­gen fort­dau­ern, wie sie im vor­lie­gen­den Fal­le anzu­neh­men ist.

Tenor

Auf die Beru­fung des Beklag­ten hin wird das Urteil des Arbeits­ge­richts Lud­wigs­ha­fen vom 06.11.2000 – AZ: 1 Ca 2136/00 – in Zif­fer 2) wie folgt abge­än­dert:

Der Beklag­te wird ver­ur­teilt, an den Klä­ger DM 15.000,- an Schmer­zens­geld zu zah­len. Die wei­ter­ge­hen­de Beru­fung wird zurück­ge­wie­sen. Der Wert des Streit­ge­gen­stan­des wird auf DM 51.900,- fest­ge­setzt. Die Kos­ten des Beru­fungs­ver­fah­rens hat der Klä­ger zu 2/3 und der Beklag­te zu 1/3 zu tra­gen. Die Revi­si­on an das Bun­des­ar­beits­ge­richt wird zuge­las­sen.

Tat­be­stand

Der Klä­ger, wel­cher am 01.08.1955 bei der Raiff­ei­sen­bank B. ‑H. ein­ge­stellt und zum Schluss haupt­amt­li­ches Vor­stands­mit­glied die­ser Bank gewe­sen ist, schloss am 01.04.1992 mit der Volks­bank G. einen Anstel­lungs­ver­trag, wegen des­sen nähe­ren Inhalts auf die zu den Akten gereich­te Kopie (Bl. 112–118 d. A.) ver­wie­sen wird. Die bei­den Ban­ken haben dann zum 01.07.1992 fusio­niert, wobei der Beklag­te. Vor­stands­mit­glied der Volks­bank G., der unmit­tel­ba­re Vor­ge­setz­te des Klä­gers wur­de. Mit sei­ner Kla­ge vom 03.08.2000 hat der Klä­ger Schmer­zens­geld vom Beklag­ten zu 2) und die Neu­an­schaf­fung eines Dienst­wa­gens von der Beklag­ten zu 1) gefor­dert. Der 1941 gebo­re­ne Klä­ger weist einen Grad der Behin­de­rung von 100 auf. Anläß­lich der Fusio­nie­rung der bei­den Insti­tu­te ist im Ver­schmel­zungs­ver­trag u. a. fest­ge­hal­ten, dass der Klä­ger als bis­he­ri­ger Vor­stand der Bank mit Wir­kung der Fusi­on mit der Stel­lung eines Pro­ku­ris­ten unter Bei­be­hal­tung der bestehen­den Dienst- und Arbeits­be­din­gun­gen über­nom­men wird. Der Klä­ger hat­te bis dahin ein eige­nes Büro mit Vor­zim­mer und Sekre­tä­rin sowie einen Dienst­wa­gen. In § 4 des o. a. Ver­tra­ges hat sich die Beklag­te zu 1) ver­pflich­tet, an alle bis­he­ri­gen Orten das Bank- und Waren­ge­schäft der Rechts­vor­gän­ge­rin auf­recht zu erhal­ten, wobei der Klä­ger neben einem wei­te­ren frü­he­ren Vor­stands­mit­glied die Funk­ti­on eines Teil­markt­lei­ters mit der Zustän­dig­keit der Lei­tung von vier Bank­zweig­nie­der­las­sun­gen erhal­ten hat, wofür der Klä­ger zuletzt DM 218.000,- brut­to pro Jahr erhielt. Am 15.12.1994 wur­de dem Klä­ger schrift­lich mit­ge­teilt, dass er von sei­ner Funk­ti­on als Teil­markt­lei­ter ent­bun­den wer­den sol­le da die von ihm bis­her aus­ge­üb­te Funk­ti­on ent­fal­le, wobei ihm jedoch die Mög­lich­keit gege­ben sei, sich auf die Stel­le eines Ver­triebs­lei­ters, auf den die Auf­ga­ben der Teil­markt­lei­tung über­ge­hen soll­ten, zu bewer­ben. In der Fol­ge brach­te der Klä­ger am schwar­zen Brett der Geschäfts­stel­le der Volks­bank G. fol­gen­den Text an:

„Erst frei­wil­lig fusio­niert 30.06.92 nach Unter­schrift Ver­schmel­zungs­ver­trag degra­diert dann fach­lich abqua­li­fi­ziert hier­nach gegen­über MA bla­miert – in der Öffentlichkeit dis­kri­mi­nier­tert zuletzt abser­viert Der beruf­li­che Wer­de­gang eines Vor­stan­des der „¦ bank bei Ver­schmel­zung“ Ein wei­te­rer Aus­hang, der von der Sekre­tä­rin des Klä­gers stammt, erschien kur­ze Zeit spä­ter mit fol­gen­dem Wort­laut an Schwar­zen Brett: „13 klei­ne Neger­lein tra­ten bei der „¦ bank ein „¦ 31.10.93, Dann waren’s nur noch 10“. brach­te der Klä­ger den Zusatz: 30.03,95 E. H. an.

Zu Beginn des Jah­res 1995 wur­de die Sekre­tä­rin des Klä­gers ohne sei­ne Zustim­mung an die Haupt­ge­schäfts­stel­le nach G. ver­setzt, was damit begrün­det wur­de, dass ein gro­bes Miß­ver­hält­nis zwi­schen dem Auf­ga­ben­ge­biet und der Bezah­lung der Mit­ar­bei­te­rin bestün­de. Der Beklag­te zu 2) setz­te den Klä­ger mit inner­be­trieb­li­cher Anwei­sung vom 06.02.1995 in die Kun­den­be­ra­tung in allen Spar­ten des Stan­dard­ge­schäf­tes um und wies ihm Ver­triebs- und Son­der­auf­ga­ben zu, wobei unter dem Datum vom 10.03.1995 eine außer­or­dent­li­che Ände­rungs­kün­di­gung erklärt wur­de, die vom Lan­des­ar­beits­ge­richt durch Urteil vom 23.02.1996 (AZ: 3 Sa 1128/95) mit der Begrün­dung für unwirk­sam erach­tet wur­de, dass dem Klä­ger nur eine sei­nem bis­he­ri­gen Tätig­keits­be­reich als Teil­markt­lei­ter ent­spre­chen­de Funk­ti­on zuge­wie­sen wer­den kön­ne. Ende 1995 wur­de dem Klä­ger durch den Beklag­ten zu 2) die außen­dienst­be­zo­ge­ne Tätig­keit eines Lei­ters Ver­trieb- ver­mö­gen­de und Pri­vat­kun­den über­tra­gen. Das Urteil des Arbeits­ge­richts Lud­wigs­ha­fen vom 21.04.1996 (AZ. 3 Ca 2436/95), wel­ches durch die Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­rich­tes Rhein­land-Pfalz (AZ: 3 Sa 615/96) bestä­tigt wur­de, hat fest­ge­stellt, dass das Direk­ti­ons­recht des Arbeit­ge­bers die vor­ge­nom­me­ne Maß­nah­men nicht trägt und die­se des­halb unwirk­sam ist. Im Jah­re 1997 sind dem Klä­ger meh­re­re Mona­te lang kei­ne Auf­ga­ben zuge­wie­sen wor­den, wobei man mit Schrei­ben vom 02.09.1997 die Rück­ga­be der Schlüs­sel vom Klä­ger ver­langt habe. Mit dem Schrei­ben vom 27.10.1997 hat­te man ihn zur Wie­der­auf­nah­me der Arbeits­tä­tig­keit nach G. ein­be­stellt und mit­ge­teilt, dass man davon aus­ge­he, dass er sei­nen Erho­lungs­ur­laub für 1997 nicht mehr in Anspruch neh­men wer­de. Erst nach Ein­schal­tung des Anwal­tes wur­de mit Schrei­ben vom 05.11.1997 mit­ge­teilt, dass der Jah­res­ur­laub genom­men wer­den kön­ne. Mit Schrei­ben vom 06.01.1998 ist ein Ver­merk an den Klä­ger gegan­gen, indem u. a. Tätig­keits­nach­wei­se abge­for­dert wür­den, die bei der Sekre­tä­rin des Beklag­ten zu 2) ein­zu­rei­chen sei­en. Außer­dem wur­de mit­ge­teilt, dass der Klä­ger Schu­lungs­maß­nah­men vor­neh­men sol­le, wobei bereits in den nächs­ten Tagen eine Schu­lung und das Trai­ning On the Job für die Mit­ar­bei­ter im Stan­dard­ge­schäft vor­neh­men soll­te. Die­se Schu­lun­gen soll­ten auf Video aus­ge­zeich­net wer­den, damit dem Klä­ger vom Beklag­ten zu 2) falls not­wen­dig, Tipps aus dem Erfah­rungs­be­reich des Beklag­ten zu 2) gege­ben wer­den könn­ten. Dabei wur­de dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Klä­ger nach Hun­der­ten Fehl­ta­gen einen guten Weg habe, sich in die Finanz­ma­te­rie ein­zu­ar­bei­ten und sich zu inte­grie­ren. Mit Ver­mer­ken vom 23.01.1998 ist vom Beklag­ten zu 2) ange­ord­net wor­den, dass für die nächs­te Woche Schu­lun­gen vom Klä­ger zu hal­ten sei­en, wobei für den Klä­ger ein per­ma­nen­tes Mit­ar­bei­ter-Coa­ching vor­ge­se­hen sei. Unter dem 05.06.1998 hat der Beklag­te zu 2) vom Klä­ger gefor­dert, den Zeit­ein­trag in den vor­zu­le­gen­den Tätig­keits­nach­wei­sen in Abstän­den von maxi­mal einer hal­ben Stun­de zu glie­dern. Außer­dem sol­le der Klä­ger bei Kun­den- und Mit­ar­bei­ter­ge­sprä­chen und Tele­fo­na­ten, den Namen des Gesprächs­part­ners und den Grund des Gesprä­ches fest­hal­ten. Mit Urteil vom 13.10.1998 ist vom Arbeits­ge­richt Lud­wigs­ha­fen (AZ: 1 Ca 245/98) fest­ge­stellt wor­den, dass die Anord­nung der Erstel­lung von täg­li­chen Tätig­keits­nach­wei­sen und Durch­füh­rung vom Mit­ar­bei­ter­schu­lun­gen vom Klä­ger nicht gefor­dert wer­den könn­ten, wobei die­se Ent­schei­dung vom Lan­des­ar­beits­ge­richt (AZ: 3 Sa 1341/98) bestä­tigt wor­den sei. Am 07.04.2000 hat der Beklag­te zu 2) dem Klä­ger einen schrift­li­chen Ver­merk zukom­men las­sen, in dem Inten­siv­ge­sprä­che zur Wis­sens­be­stand­auf­nah­me ange­ord­net wur­den, da er befürch­te, dass der Klä­ger nun end­gül­tig den Anschluss an die schnell­le­bi­gen Ent­wick­lun­gen im Ban­ken­be­reich ver­lo­ren habe. Mit Schrei­ben vom 19.05.2000 wur­de dem Klä­ger mit­ge­teilt:

„Sie haben sicher Ver­ständ­nis dafür, dass ich auf Ihren Rede­bei­trag nach dem Stu­di­um Ihrer Noti­zen ver­zich­tet habe. Es hat mich gefreut, dass Sie flei­ßig mit­ge­schrie­ben haben und so nach­voll­zie­hen kön­nen, wie bereits in der Ver­gan­gen­heit und auch künf­tig eine Bank gesteu­ert wer­den muss. Ihre Aus­ar­bei­tung als Füh­rer eines Markt­be­rei­ches sind eine ein­zi­ge Kata­stro­phe und zei­gen, dass Sie rest­los über­for­dert sind. Die von Ihnen seit Jah­ren prak­ti­zier­te Aus­gren­zung hat nun dazu geführt, dass Sie zu einer beacht­li­chen Gefahr für unser Unter­neh­men gewor­den sind, da Sie in keins­ter Wei­se mehr für Ihre Posi­ti­on qua­li­fi­ziert sind. Bedingt durch Ihre bis­he­ri­ge Hal­tung müs­sen wir vier Mitarbeiter/innen aus Kos­ten­grün­den zusätz­lich abbau­en. Dies haben Sie zu ver­tre­ten und dies ist auch so fest­zu­hal­ten. Ich will nicht sagen, dass Sie die „¦ bank „¦ durch Ihre Füh­rung rui­niert haben, so dass die­se fusio­nie­ren muss­te. Aber ich muss alles dar­an set­zen, um zu ver­hin­dern, dass der Markt­be­reich West unter Ihrer Füh­rung ein Stol­per­stein für die Zukunft der „¦ bank „¦ ist, „¦ Gege­be­nen­falls wer­de ich Gut­ach­ter ein­schal­ten, die Ihre Fähig­kei­ten und Aus­ar­bei­tun­gen über­prü­fen. Es ist an der Zeit, Gefah­ren von der „¦ bank „¦ abzu­hal­ten. „¦“ Der den Klä­ger behan­deln­de Fach­arzt für All­ge­mein­me­di­zin attes­tier­te dem Klä­ger unter Datum vom 25.05.2000 fol­gen­den Gesund­heits­zu­stand:

Am 25.05.2000 attes­tier­te ein Fach­arzt für All­ge­mein­me­di­zin dem Klä­ger Anzei­chen von Krank­hei­ten i. S. psych­so­ma­ti­scher Belas­tungs­si­tua­ti­on, wobei fol­gen­des aus­ge­führt wur­de:

„„¦ Seit auf­ge­tre­te­ner Dis­har­mo­nien am Arbeits­platz haben bestehen­de Krank­hei­ten im Sin­ne psy­cho­so­ma­ti­scher Belas­tungs­si­tua­tio­nen schon des öfte­ren zu Stö­run­gen der Durch­blu­tung an Herz und Gehirn geführt, so dass vor Wei­te­run­gen und Aus­deh­nun­gen der nega­ti­ven Ein­flüs­se an sei­nem Arbeits­platz aus ärzt­li­cher Sicht drin­gend gewarnt wer­den muss, da aus sol­chen Situa­tio­nen erfah­rungs­ge­mäß eine Ver­schlech­te­rung der gesund­heit­li­chen Situa­ti­on resul­tiert, nicht sel­ten mit kata­stro­pha­lem bis zu töd­li­chem Aus­gang“.

Der Klä­ger hat sei­ne Kla­ge im Wesent­li­chen wie folgt begrün­det, wobei hier auf den Vor­trag bezüg­lich der Neu­an­schaf­fung des Dienst­wa­gens auf die Dar­stel­lung der Kla­ge­be­grün­dung und Erwi­de­rung ver­zich­tet wird, weil die­ser Pro­zess­teil rechts­kräf­tig – man­gels einer Beru­fung der Beklag­ten zu 1) – zuguns­ten des Klä­gers ent­schie­den wor­den ist -: Der Klä­ger ist der Auf­fas­sung, dass der Beklag­te zu 2) ihn seit 1995 dis­kre­di­tie­re und ver­su­che, den Klä­ger sys­te­ma­tisch aus­zu­gren­zen. Bei sei­nem Aus­hang vom 31.12.1995 habe es sich ledig­lich um eine Frust­re­ak­ti­on gehan­delt, da er bereits damals bemerkt habe, dass der Vor­stand nicht gewillt sei, die getrof­fe­nen Abspra­chen im Anstel­lungs­ver­trag als auch im Ver­schmel­zungs­ver­trag ein­zu­hal­ten. Der Beklag­te zu 2) habe auch ange­ord­net, dass er den Bli­cken der Kun­den und Mit­ar­bei­ter dadurch ohne Schutz aus­ge­setzt sei, dass der Blick­schutz im Schal­ter­raum der Bank weg­ge­räumt wor­den sei. Im Früh­jahr 2000 habe der Beklag­te zu 2) eine wirt­schaft­li­che Bewer­tung der Geschäfts­stel­len, für die der Klä­ger zustän­dig sei, gefor­dert, ohne dass ihm die hier­für maß­geb­li­chen Unter­la­gen zur Ver­fü­gung gestellt wor­den sei­en. Dies alles habe ihn in deut­lich wahr­nehm­ba­rer Wei­se in sei­ner Ehre ver­letzt. Dar­über hin­aus sei das beruf­li­che Selbst­ver­ständ­nis zutiefst her­ab­ge­setzt wor­den, wobei die­ses Ver­hal­ten des Beklag­ten zu 2) zu schwer­wie­gen­den gesund­heit­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen des Klä­gers geführt hät­te. Dar­über hin­aus sei­en die fort­ge­setz­ten arbeits­rechts­wid­ri­gen Maß­nah­men des Beklag­ten zu 2) und der damit ein­her­ge­hen­de zusätz­li­che Belas­tungs­druck, das Schi­ka­nie­ren als fort­ge­setz­te uner­laub­te Hand­lung zu wer­ten, mit denen der Beklag­te zu 2) das Ziel ver­fol­ge, den Klä­ger, von des­sen Schwer­be­hin­der­ten­ei­gen­schaft er Kennt­nis habe, zu ver­let­zen. Der Klä­ger hat bean­tragt. die Beklag­te zu 1) zu ver­ur­tei­len, der Neu­an­schaf­fung eines Dienst­wa­gens der Mar­ke Mer­ce­des-Benz, Typ CLK 320 Cou­pe oder eines ent­spre­chen­den Fahr­zeu­ges (nicht: Jeep oder Gelän­de­wa­gen) für den Klä­ger zuzu­stim­men. Den Beklag­ten zu 2) zu ver­ur­tei­len, an ihn ein ange­mes­se­nes Schmer­zens­geld zu zah­len, des­sen Höhe in das Ermes­sen des Gerichts gestellt wird. Die Beklag­ten haben bean­tragt, die Kla­ge abzu­wei­sen. Dies haben sie im Wesent­li­chen damit begrün­det (das Vor­brin­gen bezüg­lich der Anschaf­fung des Dienst­wa­gens bleibt unbe­rück­sich­tigt), dass die Schmer­zens­geld­for­de­rung nicht berech­tigt sei, weil der Klä­ger selbst sich aus­gren­ze und kei­ne Gele­gen­heit unge­nutzt las­se, den Beklag­ten zu 2), des­sen emo­tio­na­len Cha­rak­ter er ken­ne, zu, pro­vo­zie­ren. Die Ver­set­zung der Sekre­tä­rin des Klä­gers habe kei­ne Aus­gren­zung dar­ge­stellt, son­dern ledig­lich dem Umstand Rech­nung getra­gen, dass kein Mit­ar­bei­ter der zwei­ten Füh­rungs­ebe­ne eine eige­ne Sekre­tä­rin habe und sich auch die bei­den Vor­stands­mit­glie­der eine Assis­ten­tin tei­len wür­den. Bei der jewei­li­gen Zuwei­sung ande­rer Arbeits­be­rei­che durch Direk­ti­ons­rechts­aus­übung oder Ände­rungs­kün­di­gung sei es dem Beklag­ten um eine not­wen­di­ge betrieb­li­che Umstruk­tu­rie­rung gegan­gen, die sich nicht gegen den Klä­ger gerich­tet habe. Hier­bei habe der Klä­ger auf­grund der arbeits­ver­trag­li­chen Rege­lung des Fusi­ons­ver­tra­ges die Aus­ein­an­der­set­zung für sich ent­schei­den kön­nen, wobei es sich jedoch nur um die Klä­rung von Rechts­fra­gen gehan­delt habe. Der vom Klä­ger erwähn­te Ver­merk vom 06.01.1998 sei schrift­lich ver­fasst wor­den, Weil der Klä­ger nach mona­te­lan­ger Abwe­sen­heit sei­nen Dienst wie­der ange­tre­ten habe, ohne sich bei dem Beklag­ten zu 2) als sei­nem unmit­tel­ba­ren Vor­ge­setz­ten zurück zu mel­den. Es habe hier­bei kei­ne ande­re Wahl bestan­den, als dem Klä­ger schrift­lich die sach­ge­rech­te­re Hand­ha­bung der Füh­rungs­auf­ga­ben mit­zu­tei­len. Hier­bei habe es sich nicht um eine Beschnei­dung der Kom­pe­ten­zen gehan­delt. Die Zuwei­sung eines Arbeits­plat­zes in der Schal­ter­hal­le habe nicht dazu geführt, dass die­ser Arbeits­platz für die Kun­den ein­seh­bar gewe­sen sei. Der Arbeits­platz habe sich prak­tisch als eige­nes Büro dar­ge­stellt, da er auf drei Sei­ten durch Schrank­wän­de und auf der vier­te Sei­te durch eine spa­ni­sche Wand, die spä­ter durch hohe Blu­men­kü­bel ersetzt wor­den sei, vom übri­gen Schal­ter­raum abge­trennt gewe­sen sei. Der frü­he­re Vor­stand der Raiff­ei­sen­bank H. W. habe auf der glei­chen Füh­rungs­ebe­ne wie der Klä­ger gear­bei­tet und die Ein­rich­tung eines glei­chen Büros im Schal­ter­raum wider­spruchs­los akzep­tiert. Die Zuwei­sung von Ver­triebs­son­der­auf­ga­ben im Stan­dard­ge­schäft und bei ver­mö­gen­den Pri­vat­kun­den sei aus der Absicht her­aus, die Geschäfts­or­ga­ni­sa­ti­on umzu­struk­tu­rie­ren vor­ge­nom­men wor­den, da sich die Auf­tei­lung des Stan­dard­ge­schäf­tes in zwei Teil­be­rei­che nicht bewährt hät­te. Auf die neue intern aus­ge­schrie­be­ne Stel­le als allei­ni­ger Ver­triebs­lei­ter habe sich der Klä­ger nicht, son­dern nur sein Kol­le­ge bewor­ben, dem auch die­se Auf­ga­ben dann über­tra­gen wor­den sei­en. Nach dem Urteil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Rhein­land-Pfalz vom 19.09.1997 (AZ: 3 Sa 278/97) sei die frü­he­re Struk­tur, näm­lich zwei Teil­ge­biets­lei­ter, wie­der her­ge­stellt wor­den. Dies habe dazu geführt, dass kei­ne Aus­las­tung im Stan­dard­ge­schäft vor­han­den gewe­sen sei, wes­we­gen sowohl der Klä­ger als auch Herr J. durch Stun­den­auf­schrie­be ihre Tätig­keit doku­men­tie­ren soll­ten, wobei die­se Doku­men­ta­tio­nen in die Über­le­gun­gen der Volks­bank G. zur Umstruk­tu­rie­rung ein­flie­ßen soll­ten, wobei man dar­an gedacht habe, den bei­den Teil­ge­biets­lei­tern ver­mehrt stra­te­gi­sche Auf­ga­ben zu über­tra­gen, soweit man freie Kapa­zi­tä­ten erken­nen soll­te. Als Teil­markt­lei­ter sei der Klä­ger auch zur Füh­rung und Lei­tung der unter­ge­ord­ne­ten Mit­ar­bei­ter ver­pflich­tet, wes­we­gen er auch ver­pflich­tet gewe­sen sei, ein Coa­ching durch­zu­füh­ren. Hier­bei habe er ins­be­son­de­re Anbah­nungs­ge­sprä­che mit den ihm unter­stell­ten Mit­ar­bei­tern üben sol­len, wodurch die Mit­ar­bei­ter geschult wer­den soll­ten, poten­ti­el­le Kun­den auf beson­de­re Anla­gen­ob­jek­te anzu­spre­chen und an Fach­be­ra­ter über­zu­lei­ten. Die­se Mit­ar­bei­ter­schu­lung hät­te ledig­lich für das Pro­jekt M Müh­le durch­ge­führt wer­den sol­len. Der Klä­ger sei zudem durch unko­ope­ra­ti­ves Ver­hal­ten, ins­be­son­de­re gegen­über dem Beklag­ten zu 2), der schließ­lich direk­ter Vor­ge­setz­ter des Klä­gers gewe­sen sei, auf­ge­fal­len. Der Klä­ger habe über Jah­re den Gruß und das per­sön­li­che Gespräch ver­wei­gert. Die Stel­lung­nah­me des Klä­gers zu gestell­ten Fra­gen sei­en kurz, hand­ge­schrie­ben und nicht ver­wert­bar gewe­sen, wes­we­gen es zu den Schrei­ben vom 07.04. und 19.05.2000 gekom­men sei. Die Aus­hän­ge des Klä­gers aus den Jah­ren 1994/95 habe man durch­aus als Pro­vo­ka­ti­on emp­fun­den, zumal der Ein­druck bestan­den habe, dass man bis dahin gut zusam­men gear­bei­tet habe. Das Arbeits­ge­richt hat durch das Urteil vom 06.11.2000 der Kla­ge im vol­len Umfan­ge statt­ge­ge­ben und dies, soweit hier­von von Inter­es­se, im Wesent­li­chen damit begrün­det, dass der Beklag­te zu 2) des­halb Schmer­zens­geld zah­len müs­se, weil er seit 1995 durch unter­schied­li­che Hand­lun­gen und Ver­hal­tens­wei­se in schwer­wie­gen­der Wei­se in das Per­sön­lich­keits­recht des Klä­gers schuld­haft ein­ge­grif­fen habe. Nach Dar­stel­lung der Rechts­grund­sät­ze, die erfüllt sein müs­sen, um ein Schmer­zens­geld bei Per­sön­lich­keits­rechts­ver­let­zung zuer­ken­nen zu kön­nen, bejaht das Arbeits­ge­richt die Erfül­lung die­ser tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen und führt aus, dass der Klä­ger als Bank­di­rek­tor eine gewis­se Repu­ta­ti­on in der Gesell­schaft und auch im inner­be­trieb­li­chen Bereich Sta­tus­merk­ma­le für sich in Anspruch neh­men kön­ne, zumal man ihm auch nach der Ver­schmel­zung erlaubt habe, den Titel: „Bank­di­rek­tor“ zu tra­gen. Auf­grund der ver­trag­li­chen Absi­che­rung im Arbeits­ver­trag als auch im Ver­schmel­zungs­ver­trag habe die Beklag­te zu 1) dem Klä­ger Anfang 1995 nicht die Sekre­tä­rin ohne sei­ne Zustim­mung ent­zie­hen dür­fen. Hin­sicht­lich der Ver­än­de­rung des Arbeits­plat­zes sei der Klä­ger aus einem eige­nen, abschließ­ba­ren Büro in eine ihm zuge­wie­se­nen Ecke des Schal­ter­rau­mes ver­setzt wor­den, wobei auch noch die Abge­schlos­sen­heit die­ses Arbeits­plat­zes durch Ent­fer­nung der spa­ni­schen Wand und Ein­satz eines Blu­men­ge­wäch­ses ver­lo­ren gegan­gen sei. Die­se Umset­zung bele­ge eine Gering­schät­zung der Per­son des Klä­gers
, der 45 Jah­re bei der Beklag­ten zu 1) bzw. deren Rechts­vor­gän­ge­rin erfolg­reich tätig gewe­sen sei. Ver­än­de­rung im Leis­tungs- oder sons­ti­gen Ver­hal­ten des Klä­gers hät­te die Beklag­te mit den arbeits­recht­li­chen Sank­tio­nie­rungs­maß­nah­men errei­chen kön­nen, ohne den Klä­ger durch die räum­li­che Umset­zung her­ab­zu­set­zen und zu demü­ti­gen. Die­ser per­sön­li­che Nie­der­gang sei nicht nur betriebs­in­tern geblie­ben, son­dern auch den Kun­den dadurch doku­men­tiert wor­den, dass der Klä­ger als lang­jäh­ri­ger Bank­di­rek­tor in einer Ecke des Schal­ter­rau­mes sei­nen Arbeits­platz vor­ge­fun­den habe. Auch die rechts­wid­ri­gen Maß­nah­men der Beklag­ten, wel­che zu den arbeits­ge­richt­li­chen Pro­zes­sen seit 1995 geführt habe, sei ein­schwer­wie­gen­der Ein­griff in das Selbst­ver­ständ­nis des Klä­gers, weil die Beklag­te, trotz der ein­deu­ti­gen Vor­ga­ben im Anstel­lungs­ver­trag ver­sucht habe, den Tätig­keits­be­reich zu ver­än­dern. Bei den dama­li­gen Strei­tig­kei­ten habe es sich nicht um die berech­tig­te Klä­rung von Rechts­la­gen oder ‑fra­gen gehan­delt, weil alle Urtei­le in ers­ter und zwei­ter Instanz die gefun­de­nen Ergeb­nis­se damit begrün­det hat­ten, dass sich die Beklag­te zu 1) mit dem Arbeits­ver­trag und den im Fusi­ons­ver­trag gefun­de­nen Rege­lun­gen dem Klä­ger gegen­über ver­bind­lich fest­ge­legt hät­te, sei­nen bis­he­ri­gen Arbeits­platz zu erhal­ten. Dann aber hät­te erwar­tet wer­den dür­fen, dass sich der Arbeit­ge­ber im Rah­men sei­nes ein­ge­schränk­ten Direk­ti­ons­rechts bewegt oder eine ein­ver­nehm­li­che Abspra­che mit dem Klä­ger über den wei­te­ren Ein­satz her­bei­führt. Hier­bei sei auch die Schwer­be­hin­der­ten­ei­gen­schaft des Klä­gers zu beach­ten, die zu einer gestei­ger­ten Für­sor­ge des Arbeit­ge­bers hät­te füh­ren müs­sen. Den­noch habe man wei­ter­hin ein­sei­tig ver­sucht, den Klä­ger aus dem bis­he­ri­gen Auf­ga­ben­ge­biet zu lösen und ihn ander­wei­tig ein­zu­set­zen, was in offen­sicht­li­cher Über­schrei­tung des Direk­ti­ons­rechts gesche­hen sei. Dies bele­ge, dass die Vor­ge­hens­wei­se der Beklag­ten nicht allein die Klä­rung von Rechts­fra­gen zum Inhalt hat­te, son­dern Aus­gren­zungs­ver­su­che gegen die Per­son des Klä­gers gewe­sen sei­en. Dies erge­be sich am deut­lichs­ten durch die im Anschluss an die ers­ten Rechts­strei­tig­kei­ten ange­ord­ne­te mona­te­lan­ge Frei­stel­lung des Klä­gers. Die sach­lich nicht begründ­ba­re Nicht­be­schäf­ti­gung eines älte­ren Arbeit­neh­mers sei gleich­be­deu­tend mit einer schwer­wie­gen­den Ehr­ver­let­zung, die einen Anspruch auf Schmer­zens­geld begrün­den kön­ne, weil man näm­lich den ver­trags­ge­mä­ßen Ein­satz der Arbeits­kraft, auch als Selbst­ver­wirk­li­chung und der Erzie­lung von sozia­ler Aner­ken­nung und Ver­ant­wor­tung zuschrei­ben müs­se. Die Beklag­ten könn­ten sich nicht auf das Ver­wei­gern des Klä­gers beru­fen, da die­sem ver­trag­lich ein­deu­ti­ge Rege­lun­gen und auch die arbeits­ge­richt­li­chen Ent­schei­dun­gen zur Sei­te gestan­den hät­ten. Es habe auch kei­nen ande­ren Weg gege­ben, die ein­ge­tre­te­nen Beein­träch­ti­gun­gen ander­wei­tig zu besei­ti­gen. Die Fest­stel­lung, dass die Maß­nah­men des Arbeit­ge­bers rechts­wid­rig gewe­sen sei­en, könn­ten die ein­ge­tre­te­ne Per­sön­lich­keits­ver­let­zung in der Ver­gan­gen­heit nicht rück­wir­kend besei­ti­gen. Ins­be­son­de­re hät­ten die bis­he­ri­gen Gerichts­pro­zes­se auch kei­nen wirk­sa­men Schutz vor wei­te­ren rechts­wid­ri­gen Maß­nah­men für die Zukunft bie­ten kön­nen, was durch das Ver­hal­ten des Beklag­ten zu 2) augen­fäl­lig doku­men­tiert wor­den sei. Das Selbst­ver­ständ­nis des Klä­gers sei auch durch die Anord­nung des Beklag­ten zu 2) aus 1998, mit dem Abfor­dern der täg­li­chen Tätig­keits­nach­wei­se im Halb­stun­den­takt sowie die Benen­nung der Gesprächs­part­ner unter Anga­be des Gesprächs­grun­des schwer­wie­gend in Fra­ge gestellt wor­den. Der Beklag­te zu 2) habe dabei nicht bedacht, dass der Klä­ger auf­grund sei­ner ver­trags­ge­mäß abge­si­cher­ten Posi­ti­on kein Mit­ar­bei­ter sei, der wie ein Berufs­an­fän­ger unter stän­di­ger Kon­trol­le und Beob­ach­tung ste­hen müss­te. Der Klä­ger sei lei­ten­der Ange­stell­ter gewe­sen, der seit 45 Jah­ren im Gewer­be sei und des­halb auch Anspruch auf eine ange­mes­se­ne Behand­lung habe. Auch wenn der Beklag­te zu 2) nach mona­te­lan­ger Abwe­sen­heit des Klä­gers ein berech­tig­tes Inter­es­se dar­an gehabt haben soll­te, das Ein­satz­ge­biet und die Arbeits­aus­las­tung abzu­klä­ren, so recht­fer­ti­ge dies nicht die Anord­nung in die­ser Form. In ihr sei näm­lich eine per­sön­li­che Her­ab­set­zung des Klä­gers ent­hal­ten, die sei­ner beruf­li­chen Stel­lung in keins­ter Wei­se gerecht wer­de, was auch für die Anord­nung gel­te, wonach der Klä­ger per­ma­nent zu Mit­ar­bei­ter­schu­lun­gen her­an­ge­zo­gen wer­den soll­te. Den Höhe­punkt der per­sön­li­chen Dis­qua­li­fi­zie­rung und Aus­druck der Gering­schät­zung des Klä­gers habe der Beklag­te zu 2) in sei­nen Ver­mer­ken vom 07.04. und 19.05.2000 erreicht. Ohne auf die Berech­ti­gung der Vor­wür­fe ein­zu­ge­hen, die auf die Arbeits­leis­tung des Klä­gers abhe­ben, hat das Arbeits­ge­richt den vom Beklag­ten zu 2) gewähl­ten Stil als durch nichts zu recht­fer­ti­gend erach­tet. Im Bank­ge­wer­be, das von der Serio­si­tät und Inte­gri­tät der Mit­ar­bei­ter lebe, müs­se die Ein­hal­tung der grund­le­gen­den zwi­schen­mensch­li­chen Umgangs­for­men zwin­gend vor­aus­ge­setzt wer­den, zumal der Beklag­te zu 2) Füh­rungs­kraft sei. Der Beklag­te zu 2) habe selbst dann, wenn die behaup­te­te Arbeits­ver­wei­ge­rung des Klä­gers gege­ben gewe­sen sein soll­te, sei­ner eige­nen Posi­ti­on ent­spre­chend ange­mes­sen reagie­ren müs­sen, was in einer Er- oder Abmah­nung des Klä­gers, zumal er des­sen unmit­tel­ba­rer Vor­ge­setz­ter gewe­sen sei, hät­te erfol­gen kön­nen. Die in den Ver­mer­ken erreich­te Schär­fe sei auch nicht mit dem emo­tio­na­len Cha­rak­ter des Beklag­ten zu 2) zu recht­fer­ti­gen oder zu ent­schul­di­gen, weil er als Vor­stands­mit­glied, zumin­dest in sei­ner beruf­li­chen Stel­lung, ent­spre­chend hät­te agie­ren und auf­tre­ten und die Ruhe bewah­ren müs­sen. Der Aus­hang des Klä­gers bzw. sei­ne Bemer­kung 1994/1995 mil­de­re die Schwe­re der Per­sön­lich­keits­rechts­ver­let­zung des­halb nicht, weil der Klä­ger zwar im Rah­men der Aus­hän­ge die von ihm zu erwar­ten­de Umgangs­form nicht gewahrt habe, indem er sich mit sei­ner Betrof­fen­heit und Kri­tik nicht an die zustän­di­ge Unter­neh­mens­lei­tung, son­dern sich an die Mit­ar­bei­ter über das schwar­ze Brett gewen­det habe. Der Klä­ger habe aber nicht den Beklag­ten zu 2) unter direk­ter Namens­nen­nung ange­grif­fen oder des­sen per­sön­li­che Kom­pe­ten­zen ver­neint, wes­we­gen ein Ein­griff in das Per­sön­lich­keits­recht des Beklag­ten zu 2) hier­in nicht erkannt wer­den kön­ne. Dar­über hin­aus müs­se berück­sich­tigt wer­den, dass die­se Vor­fäl­le aus 1994/1995 stamm­ten und die Ehr­ver­let­zun­gen aus dem Jahr 2000 nicht min­dern könn­ten. Nach Zustel­lung des Urteils am 16.03.2001 hat der Beklag­te zu 2) am 11.04.2001 Beru­fung ein­ge­legt und die­se im Wesent­li­chen damit begrün­det, dass ein Schmer­zens­geld­an­spruch des­halb nicht gege­ben sein kön­ne, weil die vom Arbeits­ge­richt ange­führ­ten Sach­ver­hal­te stets auf Gesamt­vor­stands­ent­schei­dung beruh­ten und auch der Auf­sichts­rat in die Ent­schei­dun­gen invol­viert gewe­sen sei, so dass die­se dem Beklag­ten nicht zuge­rech­net wer­den könn­ten. Wenn das Arbeits­ge­richt eine Ver­let­zung des Per­sön­lich­keits­rechts dar­in sehe, dass inner­be­trieb­li­che Sta­tus­merk­ma­le ent­zo­gen wor­den sei­en, so wür­de ver­kannt, dass der Klä­ger nach der Fusi­on der Ban­ken sei­ne bis­he­ri­ge Vor­stands­po­si­ti­on ver­lo­ren habe, so dass von einem voll­stän­di­gen Erhalt des Sta­tus Quo nicht gespro­chen wer­den kön­ne. Die For­mu­lie­rung, dass der Klä­ger unter Bei­be­hal­tung der jet­zi­gen Dienst- und Arbeits­be­din­gun­gen über­nom­men wer­de, habe nur die mate­ri­el­len Kon­di­tio­nen gemeint, nicht aber das sons­ti­ge Umfeld an sei­nem Arbeits­platz, wie eige­nes abschließ­ba­res Büro mit Vor­zim­mer und eige­ner Sekre­tä­rin. Der Klä­ger sei als Teil­markt­lei­ter in die zwei­te Füh­rungs­ebe­ne gerückt und außer­dem sei die von ihm rekla­mier­te Sekre­tä­rin nie­mals allein für ihn zustän­dig gewe­sen, son­dern hät­te auch all­ge­mei­ne Arbei­ten, auch am Schal­ter im Ser­vice­be­reich, mit­er­le­digt. Auch die Zuwei­sung eines Arbeits­plat­zes im Schal­ter­raum der Haupt­stel­le in G. sei kei­ne Demü­ti­gung gewe­sen oder habe gar den Klä­ger den Bli­cken der Kun­den preis­ge­ge­ben. Zum einen sei neben dem Klä­ger auch der frü­he­re Vor­stands­kol­le­ge J. in die Schal­ter­hal­le der Haupt­stel­le ver­setzt wor­den, wobei bei­des aus sach­li­chen Grün­den erfolgt sei. Da
s Stan­dard­ge­schäft, wofür der Klä­ger als auch sein Kol­le­ge zustän­dig sei­en, wer­de über­wie­gend in den Schal­ter­räu­men abge­wi­ckelt. Durch die Prä­senz im Schal­ter­raum sei die Mög­lich­keit gege­ben, den Schal­ter­ver­kehr als auch die Qua­li­tät der Kun­den­be­treu­ung im Auge zu behal­ten und im Bedarfs­fal­le auch als Ansprech­part­ner prä­sent zu sein. Außer­dem hät­ten durch die­se Maß­nah­men die bei­den Teil­markt­lei­ter auch stän­dig Kon­takt hal­ten kön­nen, was bei ver­schie­de­nen Berei­chen, wie Ein­satz der Per­so­nal­re­ser­ve, Markt­in­for­ma­ti­on (Kon­di­ti­on der Wett­be­wer­ber) und eine ein­heit­li­che Kon­di­ti­ons­po­li­tik im Tages­ge­schäft erfor­dert hät­ten. Die Besich­ti­gung der bis­he­ri­gen Situa­ti­on sei nicht mehr mög­lich, weil die Haupt­stel­le voll­stän­dig reno­viert und umge­baut wer­de. Jedoch habe der Arbeits­raum des Klä­gers nach drei Sei­ten einen Abschluss gehabt und ledig­lich nach vor­ne zum Arbeits­raum sei er teil­wei­se offen gewe­sen, wobei als Sicht­schutz eine Spa­ni­sche Wand gedient habe, die mit hohen Blu­men­ge­wäch­sen eine Ein­blicks­mög­lich­keit in den Arbeits­raum des Klä­gers vom Schal­ter­raum her prak­tisch aus­ge­schlos­sen hät­te. Die wei­ße Sicht­wand sei ent­fernt wor­den, wobei jedoch wei­te­re hohe Blu­men­ge­wäch­se ergän­zend auf­ge­stellt wor­den sei­en. Der Klä­ger habe über 20 qm Arbeits­raum ver­fügt und die­sen Zustand nie gerügt. Auch die wei­te­ren Maß­nah­men seit 1995 beruh­ten nicht auf Ent­schei­dun­gen des Beklag­ten, son­dern auf Ent­schei­dun­gen der Bank, die vom Gesamt­vor­stand beschlos­sen wor­den sei­en; Die Ver­set­zung vom 06.02. bzw. Ände­rungs­kün­di­gung vom 10.03.1995, mit der dem Klä­ger Ver­triebs­son­der­auf­ga­ben im Stan­dard­ge­schäft zuge­wie­sen sei­en, habe dar­auf beruht, dass man die Auf­tei­lung des Stan­dard­ge­schäf­tes in zwei selb­stän­di­ge Teil­märk­te mit selb­stän­di­gen Lei­tern nicht habe auf­recht erhal­ten wol­len, wes­we­gen die inner­be­trieb­li­che Aus­schrei­bung der Stel­le des Ver­triebs­lei­ters erfolgt sei, wor­auf sich der Kol­le­ge des Klä­gers erfolg­reich bewor­ben habe. Da Tei­le der bis­he­ri­gen Tätig­keit des Klä­gers weg­ge­fal­len sei­en, habe sich erge­ben, dem Klä­ger eine neue Tätig­keit zuzu­wei­sen, wobei weder Ver­gü­tung noch Pro­ku­ra oder Bank­di­rek­to­ren­ti­tel davon berührt gewe­sen sei­en. Das Kla­ge­ver­fah­ren sei vom Klä­ger des­halb erfolg­reich bestrit­ten wor­den, weil das Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz die Ver­set­zung als Über­schrei­tung der Gren­zen des Direk­ti­ons­rech­tes ange­se­hen habe und auch die hilfs­wei­se aus­ge­spro­che­ne Ände­rungs­kün­di­gung des­halb für unwirk­sam erach­tet habe, weil das neue Tätig­keits­feld unzu­mut­bar gewe­sen sei. Da sich der Klä­ger vehe­ment gegen die Zuwei­sung der neu­en Tätig­kei­ten gewehrt hat­te, habe ihm die Bank wäh­rend des Pro­zess­ver­fah­rens eine neue Auf­ga­be, näm­lich die des Lei­ters Ver­trieb – ver­mö­gen­de Pri­vat­kun­den über­tra­gen, weil man der Auf­fas­sung gewe­sen sei, dass die Tätig­keit des Lei­ters des Ver­triebs für ver­mö­gen­de Pri­vat­kun­den eine beson­ders anspruchs­vol­le Tätig­keit sei, die der bis­he­ri­gen Posi­ti­on des Klä­gers in vol­lem Umfan­ge ent­sprä­che. Die­se Zuwei­sung habe auf einer Ent­schei­dung des Gesamt­vor­stan­des in Abstim­mung mit der Per­so­nal­lei­tung und unter Ein­be­zie­hung des Auf­sichts­ra­tes beruht. Gegen die Ände­rungs­kün­di­gung vom 25.06.1996 habe der Klä­ger Kla­ge erho­ben, wel­che er auch durch die rechts­kräf­ti­ge Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Rhein­land-Pfalz des­halb gewon­nen habe, weil sich die Beklag­te auf Dau­er ver­trag­lich gebun­den habe, den Klä­ger als Lei­ter des Stand­ort­ge­schäf­tes West zu belas­sen. Dem Beklag­ten kön­ne nicht unter­stellt wer­den, dass er bewußt das Direk­ti­ons­recht im Hin­blick auf den Klä­ger über­schrit­ten habe. Es sei viel­mehr um die Aus­lo­tung der Rechts­fra­ge gegan­gen ob und inwie­weit er berech­tigt sei, dem Klä­ger ander­wei­ti­ge Tätig­kei­ten nach Neu­struk­tu­rie­rung des Stan­dard­ge­schäf­tes zu über­tra­gen. Es sei völ­lig unge­klärt gewe­sen, wel­che Tätig­kei­ten dem Klä­ger tat­säch­lich auf der Basis der Ver­trags­la­ge über­tra­gen wer­den könn­ten, da sich der Klä­ger immer auf ein Tätig­keits­feld des Pla­nens, Lei­tens und Füh­rens beru­fen habe, was nach Auf­fas­sung der Bank jedoch abs­trak­te Begrif­fe gewe­sen sei­en, die mit kon­kre­ten Tätig­kei­ten aus­ge­füllt wer­den müs­sen. Der Klä­ger habe jedoch die Zuwei­sung jed­we­der kon­kre­ter Tätig­kei­ten abge­lehnt. Nach der Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Rhein­land-Pfalz vom 19.09.1997 sei auch kein wei­te­rer Ver­such unter­nom­men wor­den, dem Klä­ger ander­wei­ti­ge Tätig­kei­ten zuzu­wei­sen. Man habe viel­mehr den Klä­ger wie­der als Teil­markt­lei­ter beschäf­tigt. Auch die Frei­stel­lung vom März bis Novem­ber 1997 sei kei­ne Ehr­ver­let­zung gewe­sen, weil man den Arbeits­platz des Klä­gers als Teil­markt­lei­ter nicht auf­recht erhal­ten habe und nach dem Urteil des Arbeits­ge­rich­tes Lud­wigs­ha­fen vom 17.02.1997 erst die rechts­kräf­ti­ge Ent­schei­dung in der Sache durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt habe abwar­ten wol­len. Nach der Ent­schei­dung sei der Klä­ger im Novem­ber 1997 an sei­nen alten Arbeits­platz zurück geholt und als Teil­markt­lei­ter wie­der beschäf­tigt wor­den. Erst in der Ent­schei­dung vom 19.09.1997 sei aus­ge­führt, dass nach der Ver­trags­la­ge der Klä­ger auf Dau­er bis zu sei­ner Ver­ren­tung einer Wei­ter­be­schäf­ti­gung als Teil­markt­lei­ter bean­spru­chen kön­ne. Bis dahin sei die­se Fra­ge gera­de nicht ein­deu­tig, geklärt gewe­sen, so dass es für die Frei­stel­lung ange­sichts der Umstruk­tu­rie­rung sehr wohl eine sach­li­che Recht­fer­ti­gung gege­ben habe. Die Frei­stel­lung sei wie­der­um vom Gesamt­vor­stand nach Ein­bin­dung des Auf­sichts­ra­tes beschlos­sen wor­den. Auch die Anwei­sung, täg­li­che Stun­den­auf­schrie­be zu erstel­len und Mit­ar­bei­ter­schu­lun­gen vor­zu­neh­men, habe nicht allein den Klä­ger getrof­fen, so dass von einer per­sön­li­chen Aus­gren­zung nicht die Rede sein kön­ne. Die Ver­pflich­tung, Tätig­keits­nach­wei­se anzu­fer­ti­gen, habe zudem nur für einen befris­te­ten Zeit­raum gel­ten sol­le, was man dem Klä­ger auch erläu­tert habe. Die­se Maß­nah­me sei nach der Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Rhein­land-Pfalz vom 19.09.1997 ergan­gen, weil danach wie­der zwei Teil­märk­te mit zwei ver­schie­de­nen Teil­markt­lei­tern ein­ge­rich­tet wor­den sei­en und man habe fest­stel­len wol­len, mit wel­chen kon­kre­ten Tätig­kei­ten die bei­den Teil­markt­lei­ter in wel­chem zeit­li­chen Umfang befasst sind und ob Frei­räu­me bestehen wür­den. Es habe sich dabei nicht dar­um gedreht, den Klä­ger zu dis­zi­pli­nie­ren oder gar zu schi­ka­nie­ren, son­dern der Tat­sa­che gerecht zu wer­den, dass die Zweig­stel­len eines Kre­dit­in­sti­tu­tes einer der Prä­gung nach und nach ihre Tätig­kei­ten ändern und damit auch die Tätig­keits­pro­fi­le der dort beschäf­tig­ten Mit­ar­bei­ter. Die­se Maß­nah­me, die z.B. in sämt­li­chen Groß­kanz­lei­en von Anwäl­ten gang und gebe sei, sei vom Gesamt­vor­stand in Abstim­mung mit der Per­so­nal­lei­tung ver­an­lasst. Des­wei­te­ren zäh­le zum Tätig­keits­feld eines Teil­markt­lei­ters, dass er die nach­ge­ord­ne­ten Mit­ar­bei­ter füh­re und lei­te, wozu es wie­der­um gehö­re, dass dies im Tages­ge­schäft in ihren Berei­chen fort­lau­fend unter­stützt und gecoacht wer­den. In den Ver­mer­ken von 1998 sei vom Klä­ger nicht abver­langt wor­den, dass er zum Schu­lungs­lei­ter der Volks­bank Grün­stadt wer­de, son­dern dass es aus­schließ­lich dar­um gegan­gen sei, was man ihm auch münd­lich erläu­tert habe, dass er mit sei­nen Mit­ar­bei­tern Anbah­nungs­ge­sprä­che üben sol­le. Die Mit­ar­bei­ter hät­ten dabei ler­nen sol­len, poten­zi­el­le Inter­es­sen­ten für einen selbst auf­ge­leg­ten geschlos­se­nen Immo­bi­li­en­fond Mül­lers Müh­le anzu­spre­chen und an die Fach­be­ra­ter wei­ter­zu­lei­ten. Auch dies sei in Abstim­mung mit dem Gesamt­vor­stand erfolgt. Das Arbeits­ge­richt gehe mit kei­nem Wort auf die deso­la­ten Arbeits­leis­tun­gen des Klä­gers ein, die den Ver­mer­ken vom 07.04. und 19.05.2000 vor­aus­ge­gan­gen sei­en. Zuzu­ge­ben sei ledig­lich, dass die­se Ver­mer­ke eine schar­fe Dik­ti­on beinhal­ten wür­den, die jedoch kei­nes­falls als so schwer­wie­gen­de Per­sön­lich­keits­rechts­ver­let­zun­gen gewer­tet wer­den könn­ten, dass ein Schmer­zens­geld­an­spruch hier­aus abge­lei­tet wer­den könn­te. Der Klä­ger habe mit sei­nem Ver­hal­ten es gera­de dazu ange­legt, beim Beklag­ten emo­tio­na­le Reak­tio­nen zu pro­vo­zie­ren. Der Klä­ger habe die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Beklag­ten, sei­nem über­ge­ord­ne­ten Vor­stand und unmit­tel­ba­ren Vor­ge­setz­ten fach­lich ein­ge­stellt un
d nach län­ge­rer Abwe­sen­heits­zeit sich nicht zurück gemel­det. Er grü­ße den Beklag­ten seit Jah­ren nicht mehr, son­dern bli­cke demons­tra­tiv zur Sei­te und auf Anfra­ge des Vor­stan­des reagie­re der Klä­ger nur mit einer knap­pen hand­schrift­li­chen Ant­wort, wobei die­se inhalt­lich nicht ver­wert­bar sei. Man dür­fe auch den Aus­hang des Klä­gers am schwar­zen Brett Ende 1994 Anfang 1995 des­halb nicht baga­tel­li­sie­ren, weil zu die­sem Zeit­punkt aus Sicht der Volks­bank das Ver­hält­nis mit dem Klä­ger völ­lig intakt gewe­sen sei. Der Klä­ger habe mit die­sem Ver­hal­ten die fort­lau­fen­den Aus­ein­an­der­set­zun­gen pro­vo­ziert, wobei der Klä­ger offen­sicht­lich von Anfang an gewusst habe, dass es ihn im Rah­men der Fusi­ons­ver­hand­lung gelun­gen sei, eine her­vor­ra­gend arbeits­ver­trag­li­che Absi­che­rung zu ver­han­deln. Auch die Erwar­tung, dass der Klä­ger nach einer mona­te­lan­gen Frei­stel­lung nicht sei­nen Jah­res­ur­laub gleich in Anspruch neh­men wol­le, sei nicht abwe­gig und schon gar nicht vor­werf­bar. Es sei über­ra­schend gewe­sen, dass der Klä­ger, der immer­hin eine Vor­stands­ver­gü­tung erhal­te, nach der erfolg­rei­chen Gel­tend­ma­chung sei­nes Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­an­spru­ches im Pro­zess sofort sei­nen Erho­lungs­ur­laub für das gesam­te Jahr in Anspruch neh­men wol­le. Auch aus dem ange­bo­te­nen Tausch für sei­nen alten Dienst­wa­gen den Jeep Paje­ro zu neh­men, kön­ne kei­nen Vor­wurf für den Beklag­ten erho­ben wer­den, weil die­ser Tausch nicht von ihm ange­bo­ten wor­den sei. Aus dem vor­ste­hen­den erge­be sich, dass ein Schmer­zens­geld­an­spruch nicht gege­ben sei, wobei des­sen Höhe zumin­dest über­zo­gen hoch sei. Zumin­dest kön­ne nicht an das Ein­kom­men des Klä­gers ange­knüpft wer­den, weil dies eine Dis­kri­mi­nie­rung der Gering Ver­die­ner bedeu­ten wür­de. Die Ent­schä­di­gung bei Per­sön­lich­keits­rechts­ver­let­zun­gen sei eine rein delik­ti­sche, so dass ver­trag­li­che Aspek­te nicht berück­sich­tigt wer­den könn­ten. Der Beklag­te bean­tragt, das Urteil des Arbeits­ge­richts Lud­wigs­ha­fen am Rhein vom 06.11.2000 – AZ: 1 Ca 2136/00 – wird abge­än­dert. Die gegen den Beklag­ten Zif­fer 2/Berufungskläger erho­be­ne Kla­ge wird kos­ten­pflich­tig abge­wie­sen. Der Klä­ger bean­tragt, die Beru­fung kos­ten­pflich­tig zurück­zu­wei­sen. Unter Ver­tie­fung des erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens ver­tei­digt der Klä­ger das arbeits­ge­richt­li­che Urteil im Wesent­li­chen damit, dass die vom Arbeits­ge­richt zugrun­de geleg­ten Sach­ver­hal­te, die schon mehr­fach das Arbeits­ge­richt Lud­wigs­ha­fen als auch das Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz beschäf­tigt hät­ten, zutref­fend bewer­tet wor­den sei­en. Der Ver­such des Beklag­ten, aus dem Opfer den eigent­li­chen Täter zu machen, müss­te des­halb fehl­schla­gen, weil es der Beklag­te gewe­sen sei, der ange­sichts der ver­trag­li­chen Rege­lun­gen im Anstel­lungs­ver­trag als auch im Ver­schmel­zungs­ver­trag, die Absi­che­rung der beruf­li­chen Exis­tenz und Zukunft des Klä­gers, der schwer­wie­gen­de gesund­heit­li­che Beein­träch­ti­gun­gen hat­te und des­halb beson­ders auf die­se Absi­che­rung ange­wie­sen sei, zum Nach­teil des Klä­gers abzu­än­dern. Der Beklag­te sei der dama­li­ge Ver­hand­lungs­füh­rer der Volks­bank gewe­sen und habe nach­träg­lich ver­sucht, die ursprüng­li­chen Zusa­gen nicht erfül­len zu müs­sen. Seit 1995 habe der Beklag­te sys­te­ma­tisch ver­sucht, den Klä­ger aus­zu­gren­zen, die Ver­ein­ba­run­gen des Anstel­lungs­ver­tra­ges zu unter­lau­fen und den Klä­ger auch vor den Mit­ar­bei­tern der Bank zu dis­kre­di­tie­ren und ver­ächt­lich zu machen. Das Arbeits­ge­richt habe sowohl den Ent­zug des Sekre­tä­rin, den Ent­zug der Teil­markt­lei­ter­funk­ti­on, die Zuwei­sung der neu­en Tätig­kei­ten, das Ansin­nen, sich einem Bewer­bungs- und Aus­wahl­ver­fah­ren zu unter­zie­hen sowie die unter­schied­li­chen wei­te­ren Maß­nah­men, die durch die Arbeits­ge­richts­bar­keit unter­sucht wor­den sei, rich­tig erfasst und gewür­digt. Zur Begrün­dung des Beklag­ten sei aus­zu­füh­ren, dass der Ent­zug einer Sekre­tä­rin nicht mit den ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen, wonach die bis­he­ri­gen Dienst- und Arbeits­be­din­gun­gen bei­be­hal­ten wer­den sol­len, ver­ein­bar sei­en. Auf einer Sekre­tä­rin, die allein für ihn arbei­ten sol­le, habe er nie bestan­den. Die Dar­stel­lung zur Zuwei­sung des Arbeits­plat­zes im Schal­ter­raum in Grün­stadt, wohin er mit Schrei­ben vom 27.10.1997 auf­ge­for­dert wor­den sei, sei­en von dem Beklag­ten des­halb nicht zutref­fend geschil­dert, weil der Arbeits­platz des Klä­gers nicht wie der ande­re Arbeits­platz nach vier Sei­ten durch Wän­de abge­grenzt gewe­sen sei. Sein Arbeits­platz sei nur nach zwei Sei­ten geschlos­sen und zur Schal­ter­hal­le geöff­net und ein­seh­bar gewe­sen. Der Klä­ger habe sich sofort bei der Ver­wal­tung beschwert, als die Sicht­wand ent­fernt wor­den sei. Die Zuwei­sung die­ses Arbeits­plat­zes unter Hin­weis auf das Stan­dard­ge­schäft kön­ne des­halb nicht tra­gen, weil der Klä­ger die­se Tätig­keit in sei­nen Geschäfts­stel­len Het­ten­lei­del­heim-Wat­ten­heim, nicht jedoch in der Haupt­stel­le zu ver­rich­ten hat­te. Der Klä­ger habe hier­durch gera­de nicht die größt­mög­li­che Sach­nä­he zur Über­prü­fung der Qua­li­tät der Kun­den­be­treu­ung und zur Beob­ach­tung der nach­ge­ord­ne­ten Mit­ar­bei­ter aus­fül­len kön­nen. Auch der Kon­takt zwi­schen den bei­den Teil­markt­lei­tern habe es nicht erfor­dert, dass bei­de in der Haupt­stel­le in G. „¦ und dort im Schal­ter­raum ihre Arbeits­plät­ze hät­ten haben müs­sen. Sach­li­che Grün­de für die Ver­set­zung des Klä­gers sei­en nicht erkenn­bar, son­dern eine wei­te­re vom Beklag­ten ver­an­lass­te Schi­ka­ne Maß­nah­me. Der Ver­such des Beklag­ten, alle Maß­nah­men auf die Vor­stands­mit­glie­der der Volks­bank zu ver­la­gern schla­ge des­halb fehl, weil es allein der Beklag­te gewe­sen sei, der den Klä­ger schi­ka­niert und aus­ge­grenzt habe, wäh­rend ande­re Vor­stands­mit­glie­der oder der Auf­sichts­rat dem Klä­ger gegen­über kor­rekt ver­hal­ten hät­ten. Die vom Klä­ger ein­ge­lei­te­ten gericht­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen hät­ten auch im Wesent­li­chen nicht der Klä­rung von Rechts­fra­gen gedient, son­dern mit der Fest­stel­lung geen­det, dass die Maß­nah­men des Beklag­ten ein­deu­tig gegen die ver­trag­li­chen Abma­chun­gen zuwi­der lau­fen wür­den. Hier soll­ten nicht Rechts­la­gen oder Rechts­fra­gen aus­ge­lo­tet wer­den, son­dern aus­zu­tes­ten wie lan­ge es dau­ern wür­de, bis der Klä­ger zu einer Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses bereit sein wür­de. Die offen­sicht­li­che Ver­trags­wid­rig­keit der vom Beklag­ten ergrif­fe­nen Maß­nah­men sei­en von den Gerich­ten jeweils bestä­tigt wor­den. Der Klä­ger habe auch nicht jede Zuwei­sung kon­kre­ter Tätig­kei­ten rund­weg abge­lehnt, son­dern nur die­je­ni­gen, die ein­deu­tig mit den ver­trag­li­chen Abma­chun­gen nicht ver­ein­bar gewe­sen sei­en. Bezeich­nen­der­wei­se sei­en dem Klä­ger auf Ver­an­las­sung des Beklag­ten immer nur der­ar­ti­ge Auf­ga­ben und kei­ne ver­trags­ge­mä­ßen zuge­wie­sen wor­den. Die mehr­mo­na­ti­ge Frei­stel­lung des Klä­gers sei von kei­nem sach­li­chen Grund getra­gen gewe­sen, weil näm­lich die Bank auf­grund der Ent­schei­dung des Arbeits­ge­richts Lud­wigs­ha­fen vom 07.02.1997 bereits ver­pflich­tet gewe­sen sei, den Klä­ger als Teil­markt­lei­ter wei­ter zu beschäf­ti­gen, was man habe mit der Frei­stel­lung ver­hin­dern wol­len. Die abver­lang­ten Tätig­keits­nach­wei­se und Mit­ar­bei­ter­schu­lun­gen sei­en vom Arbeits­ge­richt rich­tig ein­ge­schätzt wor­den, zumal die Tätig­keits­nach­wei­se nicht beim Beklag­ten selbst, son­dern bei einer Mit­ar­bei­te­rin abzu­lie­fern gewe­sen sei­en, was eine zusätz­li­che Maß­nah­me der Dis­kre­di­tie­rung dar­stel­le. Der Klä­ger habe auf­grund sei­ner arbeits­ver­trag­li­chen Funk­ti­on kei­ne An- oder Abmel­de­pflicht zu erfül­len. Die Auf­for­de­rung, Tätig­keits­nach­wei­se zu erfül­len, sei auch nie­mals irgend­wie begrün­det wor­den, wobei auch die Erfor­der­lich­keit feh­le, was vom Arbeits­ge­richt auch unter Ableh­nung einer Ver­gleich­bar­keit mit den Zeit­auf­zeich­nun­gen in Anwalts­kanz­lei­en, fest­ge­stellt wor­den sei. Der Beklag­te habe vom Klä­ger sehr wohl per­ma­nen­te Mit­ar­bei­ter­schu­lun­gen ver­langt, was sich aus dem Ver­merk vom 27.04.1998 erge­be. Außer­dem wür­de aus den Anwei­sun­gen her­vor­ge­hen, dass der Klä­ger den Bera­ter spie­len sol­le, wobei jeweils Video­auf­zeich­nun­gen erfol­gen soll­ten. Dies habe der Beklag­te allei­ne ange­ord­net, Schließ­lich las­se auch der Wort­laut der Ver­mer­ke vom 07.04. und 19.05.2000 nur den Schluss zu, dass der Beklag­te den Klä­ger bewußt per­sön­lich dis­qua­li­fi­zie­ren und ver­ächt­lich machen wol­le. Die Vor­wür­fe sei­en unbe­rech­tigt und außer­dem sei ein sol­che
r Aus­fall eines Vor­stands­mit­glie­des einer Bank nicht hin­nehm­bar, da jed­we­de Ange­mes­sen­heit nicht gege­ben sei. Der Klä­ger habe auch kei­ne Pro­vo­ka­tio­nen vor­ge­nom­men, son­dern nicht zuletzt aus gesund­heit­li­chen Grün­den ver­sucht, jede Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Beklag­ten zu ver­mei­den. Der Klä­ger habe sich, um sich nicht den Ver­dacht einer Arbeits­ver­wei­ge­rung aus­zu­set­zen, jeweils bis zu einer Ent­schei­dung der Arbeits­ge­rich­te unter Vor­be­halt den vom Beklag­ten ange­ord­ne­ten Maß­nah­men unter­wor­fen. Die Höhe des Schmer­zens­gel­des sei ange­mes­sen, weil das Trak­tie­ren des Beklag­ten sys­te­ma­ti­sches Mob­bing dar­stel­le, wel­ches auf die Zer­mür­bung des Klä­gers zie­le, um ihn aus dem Arbeits­ver­hält­nis zu drän­gen. Ein der­ar­ti­ges Trak­tie­ren für sich allein stel­le bereits eine Ver­let­zung des all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rech­tes des gemobb­ten Arbeit­neh­mers dar, wie es das Thü­rin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­den habe (Urteil vom 10.04.2001 – AZ: 5 Sa 403/00). Die Höhe sei auch des­halb gerecht­fer­tigt, weil der Klä­ger den Aus­gren­zungs­ver­su­chen des Beklag­ten seit vie­len Jah­ren aus­ge­setzt sei und die­ses nicht nur dar­auf abhe­be, ihn zu einer Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses zu brin­gen, son­dern auch dahin, ihn als Per­son in sei­ner Ehre und beruf­li­chem Selbst­ver­ständ­nis ver­ächt­lich zu machen und her­ab­zu­wür­di­gen. Wegen des wei­te­ren Vor­brin­gens der Par­tei­en wird auf den vor­ge­tra­ge­nen Inhalt der Schrift­sät­ze, die im Beru­fungs­ver­fah­ren zur Akte gereicht wur­de, nebst der ein­ge­reich­ten Anla­gen, die Gegen­stand der münd­li­chen Ver­hand­lung gewe­sen sind, Bezug genom­men. Zur wei­te­ren Ergän­zung des Sach- und Streit­stan­des wird auf den Tat­be­stand des arbeits­ge­richt­li­chen Urteils vom 06.11.2000 (178–188 d. A.) Bezug genom­men.

Ent­schei­dungs­grün­de

Die form- und frist­ge­recht ein­ge­leg­te Beru­fung des Beklag­ten ist nur inso­weit begrün­det, als er sich gegen die Höhe des zu zah­len­den Schmer­zens­gel­des wen­det und ansons­ten nicht begrün­det, weil das Arbeits­ge­richt zu Recht davon aus­ge­gan­gen ist, dass der Beklag­te sich gegen­über dem Klä­ger so ver­hal­ten hat, dass von fort­ge­setz­ten Ehr­ver­let­zun­gen aus­zu­ge­hen ist, die ein der­ar­ti­ges Gewicht auf­wei­sen, dass ein Schmer­zens­geld zu zah­len ist, weil kei­ne ande­re Art und Wei­se einen befrie­di­gen­den Aus­gleich her­bei­füh­ren kann. Das Arbeits­ge­richt hat zu Recht aus­ge­führt, dass nicht jede rechts­wid­ri­ge Ver­let­zung der Per­sön­lich­keits- oder Frei­heits­rech­te oder ‑Sphä­re des Arbeit­neh­mers zu einem Scha­dens­er­satz­an­spruch in Form der Geld­zah­lung füh­ren kann, son­dern dies nur aus­nahms­wei­se dann, wenn ande­re Wie­der­gut­ma­chungs­ver­su­che nicht zur Ver­fü­gung ste­hen. Die Beru­fungs­kam­mer legt ihrer Ent­schei­dung den Begriff des Mob­bings zugrun­de, den das Lan­des­ar­beits­ge­richt Thü­rin­gen in sei­nem Urteil vom 15.02.2001 (AZ: 5 Sa 102/00) ent­wi­ckelt hat. Danach ist Mob­bing , im Gegen­satz zu Ein­zel­ak­tio­nen dann anzu­neh­men, wenn es sich um fort­ge­setz­te, auf­ein­an­der auf­bau­en­de und inein­an­der über­grei­fen­de, der Anfein­dung, Schi­ka­ne oder Dis­kri­mi­nie­rung die­nen­de Ver­hal­tens­wei­sen han­delt, die nach ihrer Art und ihrem Ablauf im Regel­fall, zu einer über­ge­ord­ne­ten, von der Rechts­ord­nung nicht gedeck­ten Ziel­set­zung för­der­lich sind und jeden­falls in ihrer Gesamt­heit das all­ge­mei­ne Per­sön­lich­keits­recht, die Ehre oder die Gesund­heit des Betrof­fe­nen ver­let­zen. Danach muss immer, jeden­falls für die juris­ti­sche Sicht­wei­se ein soge­nann­ter Fort­set­zungs­zu­sam­men­hang zwi­schen den ein­zel­nen Hand­lun­gen im gera­de beschrie­be­nen Sin­ne bestehen, wobei es dann kei­ner Min­dest­lauf­zeit der Hand­lun­gen oder einer Hand­lungs­fre­quenz bedarf, wenn die Wir­kun­gen der Ein­zel­hand­lun­gen fort­dau­ern, wie sie im vor­lie­gen­den Fal­le anzu­neh­men ist. Das Arbeits­ge­richt hat die Schwe­re der Angrif­fe des Beklag­ten gegen den Klä­ger zu Recht von der vom Klä­ger in lan­gen Jah­ren erwor­be­nen Posi­ti­on als Bank­di­rek­tor aus­ge­hend beur­teilt. Die­se Funk­ti­on hat der Klä­ger zwar durch die Fusio­nie­rung der Ban­ken ver­lo­ren, soll­te aber aus Besitz­stands­wah­rungs­grün­den und auch wegen der mit der Stel­lung als Bank­di­rek­tor ver­bun­de­nen Repu­ta­ti­on in der Öffentlichkeit kei­ne Abstri­che erfah­ren. Dies ist sowohl im Ver­schmel­zungs­ver­trag als auch im Arbeits­ver­trag deut­lich zum Aus­druck gekom­men. Gegen die­se ver­trag­li­chen Abma­chun­gen, die der Beklag­te als Ver­hand­lungs­füh­rer sei­ner Bank schließ­lich mit dem Klä­ger selbst getrof­fen hat, hat der Beklag­te über Jah­re hin­weg zuwi­der gehan­delt. Dabei ist in der Gesamt­schau zum einen fest­zu­hal­ten, dass die Arbeits­um­ge­bung des Klä­gers, so wie sie in den Ver­trä­gen fest­ge­schrie­ben ist, per­ma­nent aus­ge­höhlt wer­den soll­te und dies nicht durch ein­zel­ne Aktio­nen, son­dern durch plan­mä­ßi­ges Vor­ge­hen. Der Beklag­te selbst räumt ein, dass die ver­schie­de­nen Anwei­sun­gen an den Klä­ger, neue Arbeits­in­hal­te oder Auf­trä­ge betref­fend, gemacht wur­den, um Rechts­fra­gen und Rechts­la­gen aus­zu­lo­ten. Wenn auch ein Ver­trags­ver­stoß als sol­cher noch nicht schmer­zens­geld­an­spruchs­aus­lö­sen­der Umstand sein kann, so ist doch erkenn­bar, dass man nicht das Gespräch mit dem Klä­ger such­te, son­dern durch ein­sei­ti­ge Anwei­sun­gen einem hoch­ran­gig ange­sie­del­ten Mit­ar­bei­ter neue Auf­ga­ben­be­rei­che zuzu­wei­sen, ohne das Gespräch zu suchen. Auch der Umstand, dass die Bank als Arbeit­ge­ber jeweils in das Rechts­mit­tel ging, ist für sich allem eben­falls kein Tat­be­stand, der ein Schmer­zens­geld recht­fer­ti­gen kann, Nimmt man jedoch den Inhalt der Anwei­sung an den Klä­ger mit dem gesam­ten Ver­hal­ten des Beklag­ten zusam­men, so ergibt sich ein Fort­set­zungs­zu­sam­men­hang der ein­zel­nen Vor­ha­ben, da ja – so der Beklag­te – aus­ge­lo­tet wer­den soll­te, was man dem Klä­ger zuwei­sen kön­ne. Mag noch der Abzug der für den Klä­ger arbei­ten­den Sekre­tä­rin Anfang 1995 von Sach­grün­den getra­gen gewe­sen sein, weil der Klä­ger nur noch den Titel Bank­di­rek­tor trug, ohne die kon­kre­ten Tätig­kei­ten zu ver­rich­ten, wes­we­gen es auch einer für ihn arbei­ten­den Sekre­tä­rin wohl nicht mehr bedurf­te, so ist doch die­se Ände­rung, die sei­nen Dienst- und Arbeits­be­reich betrof­fen hat, ohne eine Rück­spra­che oder gar sein Ein­ver­ständ­nis erfolgt. Man dien­te dem Klä­ger sogar noch an, dass er sei­ner jah­re­lan­gen Mit­ar­bei­te­rin bekannt geben soll­te, dass sie über­be­zahlt sei. Aber ins­be­son­de­re die durch die Anwei­sung des Beklag­ten bzw. der Bank ver­an­lass­ten Rechts­strei­te seit 1995 bele­gen, dass man durch stän­di­ges Zuset­zen errei­chen woll­te, dass dem Klä­ger die ver­trag­lich zuge­si­cher­ten Rech­te nicht erbracht wer­den sol­len. Die Kam­mer folgt hier­bei der Begrün­dung des Arbeits­ge­rich­tes im Urteil (Bl. 21–25 der Ent­schei­dungs­grün­de). Das Arbeits­ge­richt hat rich­tig erkannt, dass man den Klä­ger durch die mona­te­lan­ge Nicht­be­schäf­ti­gung aus sei­nem Arbeits­be­reich habe her­aus­drän­gen wol­len. Der Beklag­te hat dies damit begrün­det, dass er habe die rechts­kräf­ti­ge Ent­schei­dung, im Pro­zess­ver­fah­ren abwar­ten wol­len. Das Arbeits­ge­richt hat zu Recht dar­auf hin­ge­wie­sen, dass das zusam­men­le­gen der vom Klä­ger und sei­nem Kol­le­gen bear­bei­ten­den Teil­funk­tio­nen eine ein­deu­ti­ge Zuwi­der­hand­lung gegen die im Ver­schmel­zungs- und Anstel­lungs­ver­trag ent­hal­te­nen Ver­ein­ba­run­gen gewe­sen ist und man den Klä­ger auf­grund sei­nes Alters und sei­ner Situa­ti­on nicht hät­te auf ein inner­be­trieb­li­ches Bewer­bungs­ver­fah­ren ver­wei­sen dür­fen. Auch die Anord­nung des Beklag­ten aus 1998, wonach der Klä­ger täg­li­che Tätig­keits­nach­wei­se mit Ein­tra­gun­gen im Halb­stun­den-Takt und unter Per­so­nen­be­nen­nung bei der Sekre­tä­rin des Beklag­ten hät­te vor­le­gen sol­len, belegt, wie wenig Ein­füh­lungs­ver­mö­gen und Rück­sicht­nah­me gegen­über dem Klä­ger geübt wur­de. Eine der­ar­ti­ge Kon­trol­le ist eine Schi­ka­ne oder, wenn dazu tat­säch­lich ein tra­gen­der Recht­fer­ti­gungs­grund bestehen soll­te, nur in Aus­nah­me­fäl­len als letz­tes Mit­tel ein­setz­bar. Das Arbeits­ge­richt sieht auch hier zu Recht eine Her­ab­set­zung der Per­son des Klä­gers und bejaht dies auch in der Anord­nung, per­ma­nen­te Mit­ar­bei­ter­schu­lun­gen durch­zu­füh­ren. Die Anord­nung, dass die­se Schu­lungs­ge­sprä­che per Video­ka­me­ra auf­ge­zeich­net wer­den soll­ten, kann in die­sem Zusam­men­hang nur so ver­stan­den wer­den, dass Fehl­leis­tun­gen des Klä­gers doku­men­tiert wer­den soll­ten, was die­ser, nur als erhöh­ten Druck auf­fas­sen muss­te. Auch die Situa­ti­on bezüg­lich des Arbeits­plat­zes des Klä­gers belegt, wie wenig der Beklag­te von der Per­son des Klä­gers gehal­ten hat, wenn er ihn im Schal­ter­raum einen Arbeits­platz zuge­wie­sen hat, der der­ar­tig aus­ge­stat­tet war. Der Ver­such des Beklag­ten, die­se Maß­nah­me dadurch zu recht­fer­ti­gen, dass der Klä­ger das Schal­ter­per­so­nal beob­ach­ten konn­te, ver­fängt zum einen des­halb nicht, weil das Per­so­nal in der Zen­tra­le nicht das­je­ni­ge gewe­sen ist, wel­ches vom Klä­ger über­prüft und geführt wer­den soll­te und zum ande­ren des­halb nicht, weil ein Blick­kon­takt des Klä­gers gar nicht mit den Mit­ar­bei­tern gege­ben war, wenn der Arbeits­platz so beschaf­fen war, wie es der Beklag­te schil­dert. Danach war näm­lich der Klä­ger mit einer bis zu 1,50 Meter Blu­men­ge­wäch­s­ein­rich­tung und einer spa­ni­schen Wand vom Schal­ter­raum abge­trennt und nach ent­fer­nen der spa­ni­schen Wand durch noch höhe­re Blu­men. Das Arbeits­ge­richt sieht in die­sem Vor­gang die Doku­men­ta­ti­on des per­sön­li­chen Nie­der­gangs des Klä­gers, der auch jetzt nicht nur den Mit­ar­bei­tern der Bank, son­dern auch den Kun­den gegen­über ver­deut­licht wird. Auch die­se Umset­zung ist nicht auf­grund eines Gesprä­ches erfolgt, son­dern ein­sei­tig durch schrift­li­che Wei­sung. Das Arbeits­ge­richt hat, wobei auch die Beru­fungs­kam­mer es nicht für nötig erach­tet, den Berech­ti­gun­gen bezüg­lich der Vor­wür­fe, die dem Klä­ger gemacht wer­den, nach­zu­ge­hen, in den Ver­mer­ken von April und Mai 2000 den, so das Arbeits­ge­richt wört­lich: Höhe­punkt der per­sön­li­chen Dis­qua­li­fi­zie­rung und Gering­schät­zung aus­ge­macht. Der Beklag­te selbst räumt ein, dass er sich wohl eher im Ton ver­grif­fen hat, so dass die Beru­fungs­kam­mer auf die Aus­füh­run­gen im arbeits­ge­richt­li­chen Urteil ver­wei­sen kann. Die Schwe­re der Per­sön­lich­keits­rechts­ver­let­zu
ng, die sich über Jah­re hin­zieht, ist auch nicht durch den Aus­hang des Klä­gers Ende 1994 Anfang 1995 und einer wei­te­ren Notiz durch den Klä­ger gemin­dert. Die­se Gescheh­nis­se lie­gen soweit zurück, so dass das Ver­hal­ten des Beklag­ten kei­ne Reak­ti­on sein kann, zumin­dest kei­ne recht­lich zu beach­ten­de. Dage­gen hät­te der Beklag­te als der unmit­tel­ba­re Dienst­vor­ge­setz­te des Klä­gers damals mit arbeits­recht­li­chen Maß­nah­men dem Ver­hal­ten des Klä­gers begeg­nen kön­nen, was jedoch unter­blie­ben ist. Wenn auch die Beru­fungs­kam­mer ange­sichts der Ver­än­de­rung im Bank­we­sen, was sich auch im Auf­ga­ben­be­reich des Klä­gers nie­der­schla­gen muss­te, nicht ver­kennt, dass bei dem Beklag­ten als dem unmit­tel­ba­ren Vor­ge­setz­ten des Klä­gers eine gewis­se Rat­lo­sig­keit auf­kam, mit wel­chen Auf­ga­ben er den Klä­ger denn betrau­en konn­te oder durf­te, so hät­te dies der Füh­rung von Gesprä­chen bedurft und nicht der vom Beklag­ten an den Tag geleg­ten Ver­hal­tens­wei­sen. Der Beklag­te war schließ­lich der Dienst­vor­ge­setz­te, der den Ein­satz der Mit­ar­bei­ter zu pla­nen hat, wes­we­gen er hät­te das Gespräch mit dem Klä­ger suchen müs­sen, was schon des­halb erfor­der­lich gewe­sen ist, weil die ver­trag­li­che Situa­ti­on mit dem Klä­ger der­art fest­ge­schrie­ben wor­den ist. Des­halb kann auch das Argu­ment, der Klä­ger habe den Gruß des Beklag­ten nicht erwi­dert und zur Sei­te geschaut, nicht dazu füh­ren, etwa ein Mit­ver­schul­den auf Sei­ten des Klä­gers aus­zu­ma­chen, Dies wäre die Füh­rungs­auf­ga­be des Beklag­ten als Dienst­vor­ge­setz­ten gewe­sen, die­sem nicht trag­ba­ren Zustand, so es denn so gewe­sen sein soll­te, ent­ge­gen zu wir­ken. Nach dem vor­ste­hen­den ist dem Klä­ger der Schmer­zens­geld­an­spruch wegen Ver­let­zung sei­ner Per­sön­lich­keits­rech­te zuzu­ge­ste­hen, wobei der Klä­ger sich auch zu Recht an den Beklag­ten gehal­ten hat, der ver­sucht, man­che Vor­fäl­le auf Auf­sichts­rat- oder Vor­stands­be­schlüs­se zurück­zu­füh­ren und damit sein Ver­schul­den oder sei­ne Ver­ant­wort­lich­keit in Abre­de zu stel­len. Das Arbeits­ge­richt zu hat Recht dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Beklag­te als aus­füh­ren­des Organ der ein­ge­tra­ge­nen Genos­sen­schaft bei Ver­trags­ver­let­zun­gen der vor­lie­gen­den Art mit dem Arbeit­ge­ber, der Bank, als Gesamt­schuld­ner haf­tet und der Klä­ger auch den Beklag­ten inso­weit in Anspruch neh­men kann. Die Beru­fungs­kam­mer hat jedoch die Höhe des Schmer­zens­gel­des , wel­ches vom Arbeits­ge­richt mit DM 51.900,- ange­setzt wur­de, her­ab­ge­setzt. Die Beru­fungs­kam­mer geht nicht davon aus, dass das Monats­ein­kom­men des Klä­gers geeig­ne­te Bemes­sungs­grund­la­ge sein kann, weil dies, wor­auf der Beklag­te zu Recht hin­weist, eine Dis­kri­mi­nie­rung der Mit­ar­bei­ter sein kann, die weni­ger ver­die­nen. Die Funk­ti­on des Gel­des in die­sem Zusam­men­hang ist sym­bo­lisch und stellt einen Wie­der­gut­ma­chungs­ver­such dar, wobei nicht ver­kannt wer­den darf, dass § 847 BGB eine scha­dens­recht­li­che Norm ist, wes­we­gen die Beru­fungs­kam­mer neben der Inten­si­tät der Schmer­zen im geis­ti­gen Bereich, dem Maß der Schuld und dem Anlass und der Begleit­um­stän­de der Ver­let­zungs­hand­lung dazu gelangt ist, DM 15.000,- als ange­mes­sen anzu­se­hen, weil die Ver­let­zungs­hand­lun­gen über Jah­re hin­weg dau­er­ten bzw. nach­wirk­ten, eine brei­te­re Öffent­lich­keit davon Kennt­nis erhal­ten hat und im Jah­re 2000 eine deut­li­che Ver­schär­fung des Vor­ge­hens sei­tens des Beklag­ten zu erken­nen ist. Die vom Klä­ger ange­führ­ten Gesund­heits­be­ein­träch­ti­gun­gen konn­ten nicht als beson­ders gewich­tig bewer­tet wer­den, da der Klä­ger zwar eine ärzt­li­che Beschei­ni­gung vor­ge­legt hat, die­se jedoch nur pau­schal auf Durch­blu­tungs­stö­run­gen an Herz und Gehirn ver­weist und vor Wei­te­rung der nega­ti­ven Ein­flüs­se am Arbeits­platz warnt, ohne dass zwin­gend ein Zusam­men­hang mit den Akti­vi­tä­ten des Beklag­ten ent­nom­men wer­den kann. Auch die gewon­ne­nen Pro­zes­se in der Ver­gan­gen­heit haben eine gewis­se Genug­tu­ungs­funk­ti­on für den Klä­ger mit sich gebracht. Nach dem vor­ste­hen­den war das arbeits­ge­richt­li­che Urteil bezüg­lich der Höhe des Schmer­zens­gel­des abzu­än­dern, was dazu führt, die wei­ter­ge­hen­de Beru­fung des Beklag­ten mit der Fol­ge zurück­zu­wei­sen, dass er 1/3 der Kos­ten des Beru­fungs­ver­fah­rens zu tra­gen hat, wäh­rend dem Klä­ger 2/3 der Kos­ten auf­zu­er­le­gen sind, §§ 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG, 91, 97 ZPO. Die Revi­si­on an das Bun­des­ar­beits­ge­richt ist wegen der Rechts­fra­ge des Mob­bings und wegen der Höhe des Schmer­zens­gel­des zuge­las­sen wor­den, § 72 Abs. 2 Ziff. 1 ArbGG.

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