Zurück­be­hal­tungs­recht bei Mob­bing – LAG Frank­furt, 7 Sa 535/97

Zurück­be­hal­tungs­recht des Arbeit­neh­mers bei Mob­bing. §§611, 273 BGB 242 BGB Für­sor­ge­pflicht des Arbeit­ge­bers. Lan­des­ar­beits­ge­richt Frank­furt, Ent­schei­dung vom 26.08.1997 – 7 Sa 535/97 – Vor­in­stanz: Arbeits­ge­richt Frank­furt am Main, 5 Ca 9426/95

Leit­sät­ze (nicht­amt­lich):

  1. Das Fern­blei­ben eines Arbeit­neh­mers vom Dienst kann ins­ge­samt dann gerecht­fer­tigt sein, wenn der Arbeit­neh­mer sich auf ein Zurück­be­hal­tungs­recht bezüg­lich der Arbeits­leis­tung gem. § 273 BGB wegen einer Für­sor­ge­pflicht­ver­let­zung des Arbeit­ge­bers beru­fen kann (BAG, AP Nr. 3, 4 und 5 zu § 273 BGB; Arbeits­ge­richt Wies­ba­den, NZA 90, 275) oder es dem Arbeit­neh­mer aus sons­ti­gen Grün­den, etwa wegen einer aku­ten Gefähr­dung von Leib und Leben, unzu­mut­bar ist, sei­ne Arbeits­leis­tung zu erbrin­gen (vgl. dazu LAG Frank­furt, NZA 86, 717; Mol­ken­tin, Das Recht auf Arbeits­ver­wei­ge­rung bei Gesund­heits­ge­fähr­dung des Arbeit­neh­mers, NZA 1997, 849 ff.).
  2. Liegt eine Für­sor­ge­pflicht­ver­let­zung des Arbeit­ge­bers vor, darf der Arbeit­neh­mer aller­dings von sei­nem Zurück­be­hal­tungs­recht erst dann Gebrauch machen, wenn er den Arbeit­ge­ber kon­kret auf die Ver­let­zungs­hand­lung hin­ge­wie­sen und ihm Gele­gen­heit auch in zeit­li­cher Hin­sicht ein­ge­räumt hat, die bean­stan­de­ten Miß­stän­de abzu­stel­len.

Fund­stel­len

ArztR 1998, 146

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